Freie und nicht-regulierte Märkte sind nicht immer die Antwort. Es ist wahr, dass wettbewerbsorientierte Märkte wünschenswerte Eigenschaften haben. Aber es müssen dafür spezielle Bedingungen vorhanden sein, damit sich wettbewerbsfähige Märkte entwickeln können. Wenn diese Bedingugnen nicht erfüllt sind, wie es oft der Fall ist, dann können freie Märkte schlecht abschneiden, schreibt Mark Thoma in einem lesenswerten Artikel („7 important examples of how market can fail“) in The Fiscal Times.
In diesen Fällen können
staatliche Interventionen die Widrigkeiten aufheben und dazu führen, dass die
Märkte sich dem Ideal des Wettbewerbs nähern. Der an der Oregon University lehrende Wirtschaftsprofessor nennt 7 konkrete
Fälle, wo der Markt versagen kann.
(1) Altersabsicherung: Das
wichtigste Versagen in Sachen Altersabsicherung ist Moral Hazard. Es geht um
Menschen, die für den Ruhestand nicht sparen wollen, weil sie denken, dass eine
mitfühlende Gesellschaft dafür sorgen würde, dass sie überleben. Die Lösung
ist, die Menschen zu zwingen, jeden Monat dafür etwas zu zahlen, auch wenn es
die Aufwendungen im Alter nicht vollständig deckt. Zumindest wird dazu etwas
beigetragen. In den USA heisst das System Social Security.
(2) Gesundheitsfürsorge: Es gibt
hier zwei wichtige Arten von Marktversagen. Das erste ist Moral Hazard wie im
Fall von Altersabsicherung. Wenn die Menschen wissen, dass die Gesellschaft
helfen würde, wenn sie sich ein Glied brechen, und so weiter, und wenn sie
immer in die Notaufnahme gehen können, auf Kosten von anderen, würden viele
keine Krankenversicherung abschliessen. Obamacare will hierbei eine Abhilfe
schaffen: Alle werden gezwungen, einer Krankenkasse beizutreten.